Brücken bauen: Pädagogische Hochschule Karlsruhe erweitert Austauschabkommen mit renommierter englischer Universität

Vergangene Woche haben die Pädagogische Hochschule Karlsruhe und die Durham University ihr Austauschabkommen für Lehrende um den Bereich Studierendenmobilität erweitert. Damit ist nun auch Studierendenaustausch zwischen den Partnerhochschulen möglich. Seit 2019 bieten die beiden Bildungsinstitutionen ein deutsch-englisches Kooperationsseminar an, in dem Studierende per Videokonferenz gemeinsam an Übersetzungsaufgaben arbeiten.

Übersetzen virtuell: Studierende von PHKA und Durham University im gemeinsamen Telekollaborationsseminar. Foto: Lea Schmitt/PHKA

Übersetzen virtuell: Studierende von PHKA und Durham University im gemeinsamen Telekollaborationsseminar. Foto: Lea Schmitt/PHKA

Der Brexit war ein harter Einschnitt. Auch die Beziehungen zwischen britischen und deutschen Hochschulen hat der EU-Austritt Großbritanniens vor viele Herausforderungen gestellt. Etwa durch geänderte Visa-Regelungen oder den Ausstieg aus europaweiten Austauschprogram­men. Umso wichtiger ist es, bestehende akademische Verbindungen zu stärken und auszubauen.

Die Pädagogische Hochschule Karlsruhe (PHKA) und die renommierte Durham University im Nordosten Englands sind seit 2022 offiziell Partnerhochschulen. Vergangene Woche haben die beiden Einrichtungen nun ihr im Mai geschlossenes Austauschabkommen für Lehrende um den Bereich Studierendenmobilität erweitert. „Wir freuen uns sehr über die Stärkung unserer Partnerschaft mit der Durham University, die zur Top Ten der englischen Universitäten zählt. Auslandssemester sind sehr wichtig für Studierende, denn sie bieten ihnen die Möglichkeit, interkulturelle Erfahrungen zu sammeln“, sagt Rektor Klaus-Peter Rippe.

Gemeinsam an Übersetzungsaufgaben arbeiten

Mitinitiatorin der Partnerschaft ist Dr. Raphaëlle Beecroft, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Mehrsprachigkeit der PHKA. Die in England aufgewachsene Tochter einer Französin und eines Briten veranstaltet seit 2019 zusammen mit Dr. Petra Bauer von der School of Modern Languages and Cultures der Durham University jedes Wintersemester ein Telekollaborations­seminar, in dem Studierende beider Hochschulen per Videokonferenz gemeinsam an Übersetzungsaufgaben in den Sprachen Deutsch und Englisch arbeiten. An der PHKA sind es angehende Lehrkräfte, viele der teilnehmenden Studierenden aus Durham möchten später entweder an einer Schule arbeiten oder als Dolmetscher:innen und Übersetzer:innen tätig sein.

Seminar schafft mehrsprachigen Raum

„Unser Telekollaborationsseminar schafft einen plurikulturellen und mehrsprachigen Raum, in dem Studierende aus zwei Ländern sich gegenseitig helfen und sich mit ihren jeweiligen Kompetenzen ergänzen“, erläutert Raphaëlle Beecroft, die in England und Deutschland studiert und in Deutschland promoviert hat. Außerdem werde das gemeinsame Seminar von einer Begleit­forschung gerahmt, die die Kompetenzentwicklung der Studierenden untersucht. Übersetzung versteht die Linguistin „als komplexen Kommunikations­prozess und nicht als äquivalenten linguistischen Transfer von einer Sprache in die andere“.

Wichtige Brückenfunktion

Entwickelt haben das Telekollaborations­seminar Petra Bauer und Raphaëlle Beecroft gemeinsam. Dr. Bauer ist seit 2006 Deutschdozentin an der School of Modern Languages and Cultures. Die in Deutschland geborene und aufgewachsene Germanistin und diplomierte Übersetzerin sagt: „Gerade in Brexit-Zeiten ist es für unsere Studierenden hier in England wichtig, Grenzen überwinden zu können, in lebendigem Austausch mit Europa zu sein. Sei es virtuell, auf Auslandsexkursionen oder per Auslandssemester.“ Die Partnerschaft zwischen PHKA und Durham University habe eine wichtige Brückenfunktion, betont Dr. Bauer.

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  regina.thelen@ph-karlsruhe.de